Erfahrungsbericht Juni 2025: „Jobshadowing“ in Willemstad/Curacao (Niederlande) von Astrid Liebscher

Im Rahmen meines Erasmus-geförderten Job Shadowings hatte ich vom 23. bis 27. Juni 2025 die Gelegenheit, die Schröderschool in Willemstad auf Curaçao kennenzulernen. Es handelt sich um eine private Grundschule mit rund 300 Schülerinnen und Schülern. Die Schule umfasst die Jahrgänge 1 bis 8. Der Schuleinstieg beginnt in dieser Schule bereits mit Kindern im Alter von ca. 2,5 bis 3 Jahren (Jahr 1), und der Schulabschluss erfolgt im Jahr 8 mit etwa 12 bis 13 Jahren. In den einzelnen Klassen lernen durchschnittlich 20 bis 25 Kinder.
Während meines Aufenthaltes konnte ich vielfältige Eindrücke vom pädagogischen Alltag an der Schule gewinnen. Zwei sehr engagierte Schüler*innen aus der 7. Klasse führten mich durch das gesamte Schulgelände und präsentierten mir alle Klassenräume und Fachbereiche. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit, jeweils einen ganzen Unterrichtstag in den Jahrgangsstufen 3 und 4 zu hospitieren. Dabei erhielt ich nicht nur Einblick in die Unterrichtsmethoden, sondern auch in den sozialen Umgang, die Struktur des Schultages sowie die Materialien, die im Unterricht zum Einsatz kommen.
Besonders bereichernd war meine Mitarbeit im Fachbereich Kunst. Die Fachlehrerin bezog mich in mehrere ihrer Stunden ein, sodass ich den Kunstunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen miterleben und mitgestalten durfte. Ein besonderes Highlight meines Aufenthaltes war die Mitwirkung an der Vorbereitung einer Abschlussshow der 8. Klassen. Hier konnte ich erleben, wie kreativ, vielfältig und engagiert die Schüler*innen und Lehrkräfte gemeinsam auf ein solches Projekt hinarbeiten.
Ich bin sehr dankbar für diese wertvolle Erfahrung. Das Job Shadowing hat mir nicht nur fachliche Impulse gegeben, sondern auch meine Perspektive auf Schulorganisation, interkulturelle Kommunikation und pädagogische Vielfalt erweitert. Die offene und herzliche Aufnahme durch das gesamte Schulteam sowie die Schüler*innen der Schröderschool war beeindruckend und inspirierend.
Ich danke der Nationalagentur herzlich für die Möglichkeit, dieses Job Shadowing im Rahmen von Erasmus+ durchführen zu können.
Pädagogische und didaktische Kompetenzen
- Einblick in alternative Unterrichtsmethoden erhalten, z. B. spielerisches und projektorientiertes Lernen in Jahrgangsstufen 3 und 4.
- Beobachtung von Klassenführung und Differenzierung: Wie gehen Lehrkräfte mit heterogenen Gruppen um, wie strukturieren sie ihren Unterricht in altersgemischten Settings?
- Ideen für kreative Unterrichtsgestaltung gesammelt, z. B. im Kunstunterricht oder durch die Vorbereitung der Abschlussshow.
- Neue Impulse für kreative Abschlussprojekte mitgenommen (z. B. Bühnenarbeit, Performance, Schülerbeteiligung).
Interkulturelle Kompetenz
- Verständnis für kulturelle Vielfalt im Schulalltag erweitert – Curaçao ist ein mehrsprachiger, kulturell gemischter Raum.
- Toleranz und Offenheit gestärkt, besonders im Umgang mit Kindern aus unterschiedlichen sprachlichen und sozialen Hintergründen.
- Vergleich der Schulorganisation und -kultur mit der in Deutschland – z. B. frühere Schulzeiten, andere Tagesstrukturen, Unterrichtsstile.
Soziale und kommunikative Fähigkeiten
- Empathie und Sensibilität im pädagogischen Kontext geschärft – insbesondere durch das Hospitieren in verschiedenen Altersstufen.
- Beziehungsarbeit beobachtet und reflektiert, z. B. wie Lehrerinnen mit Schülerinnen auf Augenhöhe kommunizieren.
- Führung durch Schüler*innen erlebt – was die Perspektive gewechselt und dich neue Formen von Partizipation hat sehen lassen.
- Fachliche Kompetenzen im künstlerischen Bereich
- Künstlerisch-praktische Anregungen im Kunstunterricht erhalten (Materialeinsatz, thematische Gestaltung, freies Arbeiten).
- Projektarbeit im Kunstkontext erlebt: Von der Idee bis zur Bühnenumsetzung bei der Abschlussshow.
Reflexionsfähigkeit & Professionalisierung
- Reflektieren der eigenen Rolle als Lehrkraft in einem internationalen Kontext.
- Neue Perspektiven auf Lernen, Schule und Kindheit gewonnen, z. B. durch frühkindliche Bildung ab 2,5 Jahren.
- Eigene Methoden kritisch hinterfragt und erweitert – was davon würde ich in meinem Schulalltag anpassen oder übernehmen?
Erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen des Job Shadowings
Durch die Teilnahme am Job Shadowing an der Schröderschool in Willemstad habe ich vielfältige neue Kenntnisse und Kompetenzen erworben und bestehende Fähigkeiten gezielt weiterentwickelt.
Im pädagogisch-didaktischen Bereich konnte ich neue Methoden des kindgerechten, spielerischen und projektorientierten Unterrichts beobachten und reflektieren. Besonders die Hospitation in den Jahrgangsstufen 3 und 4 hat mir Einblicke in alternative Formen der Klassenführung, Differenzierung und Unterrichtsgestaltung gegeben. Die kreative Unterrichtsatmosphäre sowie die eigenständige Arbeitsweise der Schülerinnen und Schüler haben mich inspiriert, einzelne Elemente in meinen eigenen Unterricht zu integrieren. Im Kunstunterricht konnte ich zusätzlich fachliche Impulse mitnehmen – sowohl hinsichtlich der eingesetzten Materialien als auch in Bezug auf Themenwahl, Präsentation und kreative Ausdrucksformen. Die Mitwirkung an der Vorbereitung der Abschlussshow der 8. Klassen war für mich eine wertvolle Erfahrung in projektorientierter Arbeit und Teamarbeit über Klassenstufen hinweg. Im interkulturellen Bereich habe ich mein Verständnis für kulturelle Vielfalt, Mehrsprachigkeit und unterschiedliche Bildungsbiografien erweitert. Der Schulalltag auf Curaçao ist durch eine hohe Diversität geprägt, was mich für Themen wie Toleranz, Inklusion und kulturelle Sensibilität weiter sensibilisiert hat.
Auch meine sozialen und kommunikativen Fähigkeiten wurden gestärkt – sei es durch die enge Zusammenarbeit mit Lehrkräften, durch die Führung der Schule durch zwei Siebtklässlerinnen oder durch die offene Kommunikation mit Schülerinnen aller Altersstufen. Besonders bereichernd war es, zu erleben, wie vertrauensvoll und respektvoll der Umgang zwischen Lernenden und Lehrkräften gestaltet wird. Abschließend hat mich diese Mobilität nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bereichert. Ich habe meine Rolle als Lehrkraft neu reflektiert, neue Perspektiven auf Schule und Lernen gewonnen und wurde darin bestärkt, offen für neue Impulse zu bleiben und meinen eigenen Unterricht kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Durch die Teilnahme am Job Shadowing an der Schröderschool in Willemstad habe ich vielfältige neue Kenntnisse und Kompetenzen erworben und bestehende Fähigkeiten gezielt weiterentwickelt.
Im pädagogisch-didaktischen Bereich konnte ich neue Methoden des kindgerechten, spielerischen und projektorientierten Unterrichts beobachten und reflektieren.
Besonders bereichernd war meine Mitarbeit im Fachbereich Kunst. Die Fachlehrerin bezog mich in mehrere ihrer Stunden ein, sodass ich den Kunstunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen miterleben und mitgestalten durfte. Ein besonderes Highlight meines Aufenthaltes war die Mitwirkung an der Vorbereitung einer Abschlussshow der 8. Klassen. Hier konnte ich erleben, wie kreativ, vielfältig und engagiert die Schüler*innen und Lehrkräfte gemeinsam auf ein solches Projekt hinarbeiten. Ich bin sehr dankbar für diese wertvolle Erfahrung. Das Jobshadowing hat mir nicht nur fachliche Impulse gegeben, sondern auch meine Perspektive auf Schulorganisation, interkulturelle Kommunikation und pädagogische Vielfalt erweitert. Die offene und herzliche Aufnahme durch das gesamte Schulteam sowie die Schüler*innen der Schröderschool war beeindruckend und inspirierend.
Reflexion zu Lernergebnissen und Herausforderungen
Besonders positiv habe ich die eigenverantwortliche Beteiligung der Schülerinnen erlebt – beispielsweise bei der Schulführung durch Siebtklässlerinnen oder bei der engagierten Umsetzung der Abschlussshow. Die Schule legt großen Wert auf kreative und projektorientierte Arbeitsformen, was mich nachhaltig beeindruckt hat. Auch die frühe Einschulung ab 2,5 Jahren war für mich als deutsche Lehrkraft ein spannender Einblick in ein anderes Bildungssystem.
Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie herausfordernd es sein kann, in einem fremden schulischen Umfeld zu hospitieren – insbesondere, wenn verschiedene Sprachen (wie Niederländisch, Englisch und Papiamentu) im Schulalltag präsent sind.
Auch die auf eine Woche begrenzte Dauer empfand ich als intensiv, aber etwas kurz, um einzelne Aspekte vertieft zu verfolgen oder aktiv mitzugestalten. Dennoch bot diese Vielfalt an Eindrücken eine hervorragende Grundlage zur Reflexion über meine eigene pädagogische Praxis.
Ich nehme aus dieser Mobilität viele neue Impulse mit: für die Unterrichtsgestaltung, die Rolle der Lehrkraft im sozialen Gefüge, für kreative Projektarbeit und für eine offene, kultursensible Haltung im Schulalltag. Schön wäre auch gewesen, wenn ich einen direkten Vergleich zu einer Lokalen-Schule und einer private Schule gehabt hätte. Ich danke der Nationalagentur herzlich für die Möglichkeit, dieses Job Shadowing im Rahmen von Erasmus+ durchführen zu dürfen.