WIR in EUROPA

ERASMUS – Projekt der Albert-Schweitzer-Schule Aue – Bad Schlema

Erfahrungsbericht März 2026: „Flourishing“ in Wien (Österreich) von Tina Göbner

Der Kurs „Flourishing“ fand in Wien vom 16.03. bis 20.03.2026 statt. Im Vorfeld des Kurses hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, einen Persönlichkeitsstärkentest online durchzuführen. Dieser wurde von der Universität in Zürich erarbeitet, umfasste 250 Fragen und war zudem anonymisiert.

Der erste Seminartag begann mit einer Kennenlernrunde. Nach Klärung der Erwartungen und Befürchtungen folgte die Einführung in die Thematik „Flourishing“. Der Seminartag endete mit einem gemeinsamen Abendessen in einem traditionellen österreichischen Restaurant.

Flourishing, oder auf Deutsch „aufblühen“, ist ein Begriff aus der positiven Psychologie. Diese beschäftigt sich nicht mit der Heilung psychischer Krankheiten, sondern damit, wie ein Mensch seine psychische Gesundheit erhalten kann. Hierbei spielen die Begriffe „Sinnhaftigkeit“ und „Werteglück“ eine große Rolle. Wir lernten die neurobiologischen Hintergründe der Emotionsverarbeitung kennen. Im Seminar führten wir Achtsamkeitsübungen durch, für die bewusste Wahrnehmung von Emotionen und Benennung derer im inneren Dialog.

Zum Thema „Glück“ lernten wir das PERMA-V Modell von Martin Seligman kennen. Daraus wurde später von Dr. Markus Ebner das PERMA-Lead Modell als Führungsinstrument entwickelt, welches seinen Fokus auf die Stärken der Mitarbeitenden legt. Es war für mich persönlich interessant zu hören, dass es an einigen Schulen in Deutschland das Unterrichtsfach „Glück“ gebe. Zentrale Begriffe stellen hierbei die „Selbstwirksamkeit“ als metaphorisches Medikament gegen Ohnmacht und das „sinnbestimmte Leben“ dar. Die Teilnehmenden des Seminars äußerten zu diesem Unterrichtsfach durchweg positives Feedback.

Im Verlauf des Seminars hatte jeder die Aufgabe, sein soziales Netzwerk in einer Mindmap visuell darzustellen. Das Ziel hiervon war, herauszufinden, welche Beziehungen für einen selbst förderlich sind und welche eher nicht. In einer weiteren Übung, der „Torte des Lebens“, rückten unsere verschiedenen Rollen im Alltag in den Mittelpunkt. Diese Übungen ließen sich durchaus in den Schulalltag der Kinder einbinden.

Im Weiteren durften wir geführte Imaginationen erleben, wie zum Beispiel „Gepäck ablegen“ oder „König/Königin“. Ebenfalls fanden Übungen statt, die einen Zugang zum Unbewussten ermöglichen. Diese wurden durch Tünde hoch professionell begleitet.

Als Aktivität gab es für uns eine zweieinhalbstündige Stadtführung durch die Wiener Altstadt. Auch der Besuch des ehemaligen Wohnhauses von Siegmund Freud und seiner Praxis, quasi der Ursprungsort der Psychoanalyse, war äußerst bereichernd.

Das Thema psychische Gesundheit wird oft unterschätzt. Selbstfürsorge ist jedoch in unserer Arbeit als Pädagoginnen und Pädagogen wichtiger denn je. Emotionen spielen eine wesentliche Rolle. Sie sind wie Wellen, die kommen und gehen, doch sie bestimmen unser Leben maßgeblich. Wenn wir es schaffen, ihnen in Ruhe und mit Achtsamkeit zu begegnen, ist das ein guter Anfang!